Altes Schiffshebewerk Henrichenburg Drucken E-Mail
Geschrieben von: Alfi   
Freitag, den 10. Juli 2009 um 00:00 Uhr
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg 01 Kreuzungen gibt es nicht nur bei normalen Straßen zu Land, sondern auch bei denen zu Wasser. Eine davon liegt in Waltrop im Norden des Ruhrgebietes auf der Höhe zwischen Bochum und Dortmund. Wenn dazu noch ein Höhenunterschied von 14m überwunden werden muss, dann lohnt sich ein Besuch der dazu notwendigen Anlage ganz bestimmt.

Diese Anlage - ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur - ist das alte Schiffshebewerk Henrichenburg.

Das Schiffshebewerk wurde am 11. August 1899 zeitgleich mit dem Dortmund-Ems-Kanal von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht und ermöglichte den Zugang zum Dortmunder Hafen. Als erstes Schwimmer-Hebewerk nutzte es den Wasserauftrieb aus und war bis 1962 in Betrieb. Erst im Jahr 1979 - mittlerweile eine Ruine - wurde es unter Denkmalschutz gestellt und aufwändig restauriert. Die Hebeeinrichtung konnte allerdings nicht wieder mit vertretbarem Aufwand einsatzfähig gemacht werden.

Altes Schiffshebewerk Henrichenburg 02 Auf dem Weg zur Hebewerk begegnet dem Besucher direkt hinter der östlichen Brücke zum Komplex die erste Kuriosität. Recht verwirrt fragt man sich, ob man sich nun in Waltrop oder in Datteln befindet. Die Antwort ist so einfach wie skurril. Auf der linken Straßenseite ist man in Datteln, rechts wandelt man auf Waltroper Grund.

Wie auch immer, die Beschilderung weist den Weg, und schließlich steht man am Eingang der imposant in den Himmel ragenden Anlage.
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Der Eingang zur Anlage ist nicht zu verfehlen... Diese Anlage wurde für die Ewigkeit gebaut!
Da der Besuch im Rahmen der Extraschicht 2009 stattfand, wurde viel Rahmenprogramm geboten. Direkt am Eingang zum Museumsgelände präsentiert eine Künstlerin aus Eis geschaffene Skulpturen passend zur Thematik Wasser.
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Eine Künstlerin erschafft im Rahmen der Extraschicht... ... Skulpturen aus Eis, die... ... entsprechend ausgeleuchtet tolle Motive für Fotos bieten.

Direkt neben dem Schiffshebewerk befindet sich ein angegliedertes Museum, das neben einem Modell viel Informationen rund um die Anlage präsentiert. Außerdem befindet sich dort nachwievor die Steuerzentrale des Hebewerks. Nostalgiker und Liebhaber alter Steuerungen und analoger Anzeigen fühlen sich hier auf Anhieb wohl.
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Das Modell der Anlage zeigt auch die verborgenen Teile unter der Anlage. Die alten Maschinen sind in einem hervorragenden Zustand. Analoge Anzeigen und Steuerungen , soweit das Auge reicht. Rechts kann man sich in die Geheimnisse der "Knotenkunde" einführen lassen.
Am Fuß des Hebewerks befindet sich das Motorgüterschiff Franz-Christian. Erbaut im Jahr 1929 und bis 1974 im Einsatz, beherbergt es nun in seinem Bauch ein Museum, in dem sich viele Informationen über das Schiff selbst, vor allen Dingen aber das Leben und die Arbeit eines Binnenschiffers befinden.
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Das Motorgüterschiff Franz-Christian bei der Extraschicht 2009 Blick auf den Bug. Im Bauch des Schiffes befindet sich ein umfangreiches Museum. Bereits vor dem Betreten des Schiffes erfährt man einiges über die Geschichte. Bei der Extraschicht lag das Schiff am Fuß des alten Schiffshebewerks.
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Stückgut im Bauch des Schiffes. Es gibt viel zu entdecken über das Leben und die Arbeit an Bord eines Motorgüterschiffs. An den Schiffswänden befinden sich Schautafeln mit vielen Fotos aus der Geschichte des Schiffes und der Besatzung. In Vitrinen werden viele Exponate ausgestellt.
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Die Familie des Kapitäns fuhr einfach mit. Freizeit und Kinder an Bord eines Motorgüterschiffs sind Themen, die ebenfalls dokumentiert sind. Direkt im Bug des Schiffs befindet sich ein Modell aus Karton, das einen Überblick über die Kajüten des MS Franz-Christian gibt.
Zurück auf festem Boden gehts zum Hebewerk, um schließlich die Anlage selbst zu begehen. Die Türme verbergen den Aufgang nach oben und den Abstieg nach unten in Form einer engen Wendeltreppe - Drehwurm garantiert.
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Nun wird das Hebewerk näher unter die Lupe genommen. Die massiven Türme verbergen 132 Stufen hinauf zur obersten Ebene der Anlage. Drehwurm garantiert!
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Ein Abschnitt des Oberwassers ist Teil des Museums. Man kann hier mehrere Schiffe und eine alte Verladestelle besuchen. Und natürlich eine Pause machen auf dem Weg nach oben ;-)
Gut zu erkennen ist der sogenannte Trog, der einst die Schiffe zwischen Unter- zum Oberwasser befördert hat. Unterhalb des Trogs befinden sich die 5 Brunnen, die mit Schwimmern für den notwendigen Auftrieb gesorgt haben. Das Feuerlöschboot III auf dem Oberwasserabschnitt.
Nach einem Zwischenstopp auf der Ebene des Oberwassers gehts dann weiter nach oben auf die obere Ebene der Anlage. Hier bietet sich ein grandioser Rundumblick, vorausgesetzt das Wetter stimmt.
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Blick auf den Teil des Museums am Oberwasserabschnitt Wer schwindelfrei ist... ... dem eröffnet sich ein grandioser Rundumblick!
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Der Trog tief unter der obersten Ebene
Die Nacht bricht herein... und lässt das Hebewerk in ganz anderem Licht erstrahlen.
Aber auch die nähere Umgebung ist recht imposant. Direkt unterhalb der eigenen Position hat man einen direkten Blick auf den Trog, mit dem die Schiffe den Höhenunterschied zwischen den beiden Kanälen überwunden haben.

Der gesamte Komplex umfasst neben dem alten Hebewerk auch das neue sowie die Schleuse. Grund genug also, viel Zeit mitzubringen, um alles zu sehen, oder aber einen zweiten Besuch einzuplanen.

Abschließend wie immer die Koordinaten für den eigenen Besuch sowie ein paar Links für weiterführende Recherchen für alle Interessierten. Viel Spaß!




 

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